2. Teil des Leitfadens zur Maschinenrichtlinie

Lange hat es gedauert. Nun endlich ist sie da: die zweite Auflage des Leitfadens zur Anwendung der Maschinenrichtlinie. Der erste Teil wurde Ende 2009 veröffentlicht.

Titel Leitfaden Maschinenrichtlinie

Im Juni 2010 folgt nun die zweite Auflage, die Anmerkungen zu den Anhängen III bis XI enthält. In Anhang I wurden Fehler verbessert und die Anmerkungen zu Ketten und Seilen überarbeitet, um die praktische Anwendbarkeit der Anforderungen klarer zu fassen.

Veröffentlicht ist auch die zweite Auflage des Leitfadens vorerst nur in englischer Sprache unter dem schon bekannten Titel »Guide to application of the Machinery Directive 2006/42/EG«.

Nachtrag 8. September 2011: Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat die deutsche Übersetzung des Leitfadens freigegeben: »Leitfaden Maschinenrichtlinie auf Deutsch freigegeben«.

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Keine Besserung in Sicht?

Man gewinnt den Eindruck, dass es in letzter Zeit wieder vermehrt Klagen über schlecht verständliche und unzulängliche Bedienungsanleitungen gibt. Dies scheint insbesondere im Bereich der Konsumgüter der Fall zu sein.

Die Sendung »Umschau« des MDR beleuchtete unter dem Titel »Bedienungsanleitungen: Wo die Verständlichkeit bleibt« am 4. Mai, was passiert, wenn Menschen und Bedienungsanleitungen aufeinander treffen, und zieht das Fazit: Schlechte Erklärungen machen Produkte mangelhaft. Natürlich sorgen auch hier kuriose Übersetzungsfehler für die größten Lacher. Aber das ist nicht der Punkt.

Während sich die Produzenten in der Investitionsgüterindustrie ein Bein ausreißen, um möglichst »wasserdichte« Betriebsanleitungen, beispielsweise nach den Forderungen der neuen Maschinenrichtlinie, zu verfassen (was keinesfalls bedeutet, dass die dargebotenen Informationen dadurch verständlicher werden), scheint bei Konsumgütern das Diktat der möglichst preisgünstigen Produktion, einschließlich einer zusammengeschusterten und anschließend maschinell-billig-entlohnt übersetzten Gebrauchsanweisung, wieder die Oberhand zu gewinnen.

Ist es eigentlich so schwer zu verstehen, dass Serviceleistungen eine enorm große Kraft bei der Kundenbindung sind? Das trifft gerade auf die kostenlosen (und damit vermeintlich unprofitablen) Leistungen zu. Also Beratung, Hilfe bei Problemen, Informationen zur schnellen und effizienten Nutzung und noch ein paar mehr.

Vielleicht ist es aber auch so, dass der Verbraucher gar nicht so mündig ist, wie immer behauptet wird, und nach wie vor reflexartig immer noch vor allem dann zugreift, wenn Produkte mit dem einfachsten Lockruf auf sich aufmerksam machen, den die Konsumwelt kennt: »ICH BIN BILLIG!« Mag sein. Denn was billig war, wird einfach und ohne Schmerzen entsorgt, wenn man nicht zufrieden ist. Und dann geht’s auf zum nächsten Billigkauf. Die Hersteller wundern sich über mangelnde Nachhaltigkeit und hetzen der Braut hinterher. Eine fatale Abwärtsspirale für alle Beteiligten.

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BITKOM: Bedienungsanleitung größtes Lernfeld

Titel BITKOM-Untersuchung
BITKOM, der angesehene Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. hat einen »Leitfaden zur Kundenzufriedenheit bei Consumer Electronics« als kostenlose PDF-Datei veröffentlicht.

Verbraucher informieren sich angeblich immer besser, sind kritischer und wechselbereiter. Daher kommt bei Industrie- und Handelsunternehmen der Kundenorientierung eine wichtigere Rolle im Wettbewerb zu als noch vor wenigen Jahren. Der Arbeitskreis Customer Satisfaction des BITKOM hat aus diesem Grund den Leitfaden zur Kundenzufriedenheit erarbeitet. Dieser fasst den aktuellen Erfahrungsstand zusammen und enthält eine repräsentative Verbraucherumfrage zur Beratungs- und Produktzufriedenheit.

Auch der Aspekt »Bedienungsanleitung« erfährt Beachtung. So heißt es im Leitfaden unter anderem: »Für alle Geräte im Consumer Electronics Bereich gilt jedoch: Die Bedienungsanleitung ist für die Hersteller das größte Lernfeld. Die Gebrauchsanweisung in klar verständlicher Form und einfach zugänglich zu vermitteln fällt bei vielen Geräten noch schwer.«

Got the message?

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Dokumentationsportal – ein Erfahrungsbericht

Viele Dokumente und ein schlechtes Gedächtnis – eine unglückliche Kombination. Leider ist das Zusammentreffen dieser beiden Fakten aber nur allzu menschlich. Das machte sich auch bei Karsten Krumrück von der Saperion AG bemerkbar. Und er begann, sich mit dem Problem zu beschäftigen, als ihm zum x-ten Mal die Frage gestellt wurde: »Sag mal, in welchem Handbuch finde ich eigentlich …«

Seine Idee: ein Dokumentationsportal. Nicht nur für die eigenen Mitarbeiter, sondern idealerweise auch für Kunden. Gut bedienbar und leicht verständlich musste es demnach sein. Vielleicht auch noch schnell, umfassend und stets aktuell. Vielleicht? Bestimmt!

Im Saperion-Blog beschreibt Karsten Krumrück, wie er sich dem Problem genähert hat und wie der aktuelle Stand ist: »Dokumentationsportal statt Handbuchstapel«.

Unbedingt empfehlenswerter Lesestoff!

Screenshot Dokumentationsportal Saperion

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Betriebsanleitung vs. Betriebsanweisung

Vor ein paar Tagen veröffentlichte jemand ein Foto im Internet, dessen Inhalt er offensichtlich amüsant, zumindest aber bemerkenswert fand: die Betriebsanweisung für einen Kirchturm.

Foto BetriebsanweisungAls Überschrift wählte er jedoch – und dieses Missverständnis mag der Grund für seine Erheiterung gewesen sein – den Begriff »Bedienungsanleitung«.

Klar, das klingt schon komisch, eine Bedienungsanleitung für einen Kirchturm. Was soll es da zu bedienen geben? Die Glocken möglicherweise, aber dann wäre es eine Glockenbedienungsanleitung.

Zurück zum Missverständnis und damit zur Aufklärung über eine regelmäßig auftretende Begriffsverwirrung (natürlich nie bei uns Profis der Technischen Dokumentation). Es klingt ja auch aufs erste Hören alles sehr ähnlich: Bedienungsanleitung, Betriebsanleitung, Bedienungsanweisung, Gebrauchsanweisung, Gebrauchsanleitung. Bei genauerer Betrachtung fällt jedoch einer der Begriffe aus der Reihe heraus, da er nicht das beschreibt, was man gemeinhin unter einer Bedienungsanleitung versteht, nämlich ein Dokument, das die Bedienung einer Apparatur beschreibt oder in anderer Weise Handlungsanweisungen und Erklärungen zum Umgang mit was auch immer liefert. Es ist die Betriebsanweisung.

Die Betriebsanweisung wird nicht von Technischen Redakteuren geschrieben, sondern vom Betreiber eines Betriebes erstellt. Die Betriebsanweisung schreibt das Verhalten im Betrieb mit Maschinen, Anlagen und Gefahrstoffen vor. Die Betriebsanweisung gilt in dem Betrieb, für den sie erstellt wurde. Sie dient dem Arbeitsschutz.

Typische Inhalte von Betriebsanweisungen sind:

  • Anwendungsbereich
  • Gefahren für Mensch und Umwelt
  • Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
  • Verhalten bei Störungen
  • Verhalten bei Unfällen, Erste Hilfe
  • Sachgerechte Entsorgung / Instandhaltung von Maschinen und Anlagen
  • Folgen der Nichtbeachtung

Im Zusammenhang mit der innerbetrieblichen Betriebsanweisung steht die sogenannte »Gefährdungsbeurteilung«, die wiederum nicht zu verwechseln ist mit der »Risikobeurteilung«, die als Basis für die Betriebsanleitung in der EU-Maschinenrichtlinie genannt ist.

Alles klar?

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