Wir gratulieren: Die Maus wird 40

Die Maus wird 40 und wir gratulieren von ganzem Herzen!

Maus mit Geburtagstorte

Die Maus begleitet und inspiriert uns seit 40 Jahren. Und wer weiß, ob es ohne die Maus überhaupt jemals diese Leidenschaft für Technik, technische Zusammenhänge und deren Beschreibung und Erklärung gegeben hätte.

In den ersten Jahren durchaus umstritten und viel negativer Kritik ausgesetzt, kann heute niemand mehr ihrem Augendeckelklimpern widerstehen. Die Maus ist Kult. Fast jeder erinnert sich an eine oder mehrere der Lach- und Sachgeschichten und den Aha-Effekt vor dem Fernseher, wenn man kapiert hat, wie die Streifen in die Zahnpasta kommen (der Klassiker) oder warum Atomkraft so gefährlich ist.

Eigentlich gedacht für Kinder, sehen heute wahrscheinlich ebenso viele Erwachsene regelmäßig die anschaulichen Kurzfilme, wenn die Maus immer sonntags um 11.30 Uhr den Rätseln oder Zusammenhängen des Alltags auf die Spur kommt.

Heute wird also gefeiert. Hier ist der offizielle Geburtstagsfilm »Die Maus wird 40«, und hier gehts zur Website »Die Seite mit der Maus«.

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Remove your engine! PKW-Handbücher früher und heute

Foto Motorreparatur

Jay Leno, der bekannte amerikanische Komiker und Fernsehmoderator, hat in der »National Post« einen Vergleich zwischen PKW-Handbüchern früher und heute angestellt. Leno ist passionierter Sammler von Oldtimern und nahm die Lieferung seines neuen Jaguar XJ selbstverständlich zum Anlass, einen Blick in das Owner’s Manual zu werfen. Dabei fiel ihm auf, wie stark sich frühere Handbücher doch von heutigen unterscheiden. Offensichtlich wussten die Menschen früher, was ein Motor ist und wie ein Auto funktioniert, während sie heute gerade noch wissen, wo der Sprit eingefüllt wird.

Hier sind einige Beispiele aus dem Artikel von Jay Leno:

Früher: Removing the Cylinder Head: Obtain a block of wood approximately the size of the combustion chamber and place this under the valve heads on the number one cylinder. Press down on the valve collars and extract the split collars. Remove collars, valve springs and spring seats. Repeat for the remaining five cylinders. Valves are numbered and must be replaced in original location. Number one cylinder being at the rear, that is, the flywheel end.

Heute: Changing the battery: Battery disconnection, removal or replacement should only be carried out by qualified personnel. Consult your dealer.

Früher: In the event you need to remove the engine, gearbox and clutch, in the event it is necessary to carry out a repair of all the above units, notice that the gearbox may be removed from the engine when the floorboards have been removed and the rear of the engine has been supported. Removal of the gearbox will give access to the clutch.

Heute: If engine warning light goes on, consult your dealer.

Früher: To raise the headlamp beam, rotate spring-loaded screw on top of lamp clockwise. To lower beam, turn counter-clockwise. To adjust headlamp beam left or right, slacken the two hexagon-headed screws, one on each side of reflector rib assembly, and move the reflector assembly to the desired position.

Heute: Do not attempt to adjust headlights. See your dealer.

Werden Anwender immer blöder? Oder traut man ihnen nur nichts mehr zu? Oder verbietet man vorsichtshalber einfach alles, um nicht hinterher wegen möglicherweise mangelhafter Beschreibung juristisch angreifbar zu sein?

Tatsächlich ist eine Tendenz in der Technischen Redaktion zu beobachten, für Anwender zu schreiben, deren IQ weit unterhalb der Schuhgröße vermutet wird und deren Ausbildung mit der 2. Klasse Volksschule ihr Ende fand. Und das sogar in Fällen, in denen die eingeschränkte Zielgruppe klar definiert und Anforderungen sowie Voraussetzungen deutlich genannt sind. Da wird ausgebildeten Elektrofachkräften schon mal erklärt, wie und warum ein Erdungskabel anzuschließen ist. Unter uns: Nicht selten werden derartige Übersimplifizierungen von Angehörigen der einschlägigen Zulassungs- und Überwachungstellen gefordert, bevor sie ein Produkt einschließlich der zugehörigen Dokumentation mit ihrem Siegel segnen. Diese Herren Ingenieure trauen selbst Ihren Kollegen offenbar sehr wenig zu.

Bedienungsanleitungen, die Selbstverständlichkeiten lang und breit auswalzen, bei möglicherweise auftretenden Schwierigkeiten aber von jedem eigenen Handgriff abraten (und diesen sicherheitshalber noch mit einem deutlichen Warnhinweis verbieten), sind ziemlich nutzlos. Es wird Zeit, wieder mehr über den Nutzen von Bedienungsanleitungen nachzudenken statt über deren vermeintliche Immunisierung gegen juristische Angriffe.

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Outsourcing in der Technischen Dokumentation sinnvoll

Nach Statistiken des Branchenverbandes tekom werden nur etwa 10% der redaktionellen Aufgaben von externen Dienstleistern für Technische Dokumentation übernommen. Diese geringe Quote überrascht – vor allem, da die Vorteile recht offensichtlich sind. Auf der anderen Seite scheinen Unsicherheit und auch schlechte Vorerfahrungen eine deutliche Rolle bei diesbezüglichen Überlegungen zu spielen.

Die Vorteile lassen sich schnell und mit wenigen Stichworten skizzieren:

  • Einsatz nur bedarfsbezogen
  • Zugriff auf erweitertes Expertenwissen
  • Nutzung aktuellen Wissens und neuster Techniken
  • volle Kostentransparenz
  • Entlastung eigener Mitarbeiter für andere Aufgaben
  • zusätzliche Qualitätskontrolle
  • hohe Flexibilität

Leider wird der Begriff Outsourcing allzu oft mit Stellenabbau assoziiert. Das mag häufig der Fall sein, insbesondere in der Produktion; im Bereich der Technischen Redaktion scheinen solche Befürchtungen jedoch unbegründet zu sein, die Arbeitsmarktlage ist stabil.

Einen ausführlichen Beitrag zum Thema Outsourcing hat der Kollege Peter Oehmig in der Fachzeitschrift »Technische Kommunikation« veröffentlicht. Der Artikel »Wenn die Arbeit fremdgeht« zeigt in einem breiten Spektrum Möglichkeiten und Grenzen auf und gibt wertvolle Hinweise, wie sich Unternehmen dem Thema »Technische Dokumentation als Dienstleistung« nähern können.

Kommentare und Anregungen sind natürlich auch hier willkommen.

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Querverweis: Ditalog

Logo Ditalog

Andreas Petersell ist Technischer Redakteur in Berlin. In seinem Blog »ditalog« behandelt er insbesondere Themen rund um das Dokumentenformat DITA (Darwin Information Typing Architecture). Petersell schreibt nach eigener Aussage in erster Linie für Solo-Redakteure, nicht für Redaktionsteams in größeren Unternehmen.

Im Blog werden unter anderem verschiedene Ausgabeformate für DITA-strukturierte Dokumente behandelt (AIR, chm, ePub, HTML, PDF und andere) sowie Plugins und Ideen für die Technische Dokumentation. Tutorials im PDF-Format sind ein besonderes Angebot und kostenlos verfügbar.

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Projekt User Guide 2.0

Wieder einmal entdeckt die Politik das Thema Bedienungsanleitung (siehe auch »Bundeskanzlerin Merkel fordert bessere Gebrauchsanleitungen«). Diesmal in Person von Silvia Schmidt, Behindertenbeauftragte der SPD im Deutschen Bundestag.

Frau Schmidt stellt eine geradezu revolutionäre Forderung auf: »Es wird Zeit, dass Bedienungsanleitungen auch verstanden werden«. Da sind wir erstmal baff. Interessant, dass solcher Erkenntnissgewinn bei einer Behindertenbeauftragten zutage tritt. Klar, wenn man es wieder einmal mit unverständlichem Geschreibsel zu tun bekommt, dann fühlt man sich schon irgendwie behindert. Und zwar vom Hersteller des zugehörigen Produktes. Vielleicht fühlt sich darum auch Frau Schmidt berufen, sich etwas intensiver um diese Behinderer zu kümmern. Das ist durchaus lobenswert.

Abhilfe schaffen soll jedenfalls das »Projekt User Guide 2.0«, dessen Schirmherrschaft Frau Schmidt übernomen hat. Klingt schon mal so richtig innovativ und auf der Höhe des Zeitgeistes, so mit »2.0« und »User Guide«. Vielleicht ein kleiner Tipp: Verständlichkeit fängt bei geeigneter Wortwahl an und endet noch lange nicht bei der Vermeidung unnötiger Fremdwörter. Na gut, lassen wir es als marketingunterstützende Werbemaßnahme in Form ausgelutschter Floskeln durchgehen.

In punkto verständlicher Sprache hat auch Frau Schmidt selbst noch Entwicklungsspielraum nach oben. Dann vermeidet sie in Zukunft vielleicht Sätze wie diesen auf ihrer Website: »Ich freue mich sehr über das Engagement von User Guide 2.0, mit dem sie Menschen durch Abbau von Barrieren eine gleichgerechte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.«

Wir wünschen dem Projekt jedenfalls viel Erfolg und sind schon gespannt auf die Präsentation von Ergebnissen.

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