3. Juli Geburtstag Franz Kafka

Wie aufmerksame Leser dieses Magazins wissen, ist Franz Kafka so etwas wie unser Schutzheiliger. Für alle anderen: Hier steht, warum.

Heute ist sein Geburtstag und darauf stoßen wir mit einer besonders großen Tasse Kaffee an.

Übrigens frankieren wir seit 2008 unsere klassische Korrespondenz natürlich mit der wunderschönen Kafka-Briefmarke (© Deutsche Post):

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Symbolisch oder verständlich?

»Ein Bild sagt mehr als tausend Worte« gehört vielleicht zu den meistüberschätzten Weisheiten, wenn es um das Schreiben von Bedienungsanleitungen geht. Ja, manchmal lässt ein Bild schneller erkennen, um was es geht, wo etwas zu finden ist oder wie etwas korrekt aufgebaut, eingestellt oder aussehen muss. Und das schneller als es eine Beschreibung mit Worten vermag.

Die größtmögliche Reduktion eines Bildes ist ein Symbol, im Zusammenhang mit grafischen Bedienoberflächen häufig auch englisch als Icon bezeichnet. Ein Symbol spart Platz und Übersetzungskosten und rettet unter anderem Programmierer vor der durchaus anspruchsvollen Aufgabe, einen exakt passenden Begriff, etwa für eine Funktion, zu finden.

Foto Pfeffermühle

Diese durchaus vorhandenen Vorteile verleiten jedoch allzu häufig dazu, den Einsatz von Symbolen zum Prinzip zu erheben – auch dann, wenn es für viele Darstellungen keinerlei sichere Übereinkunft hinsichtlich ihrer Bedeutung gibt. Symbole müssen wie jedes andere Sprach- oder Kommunikationselement erlernt werden, bevor man sie versteht. Das geschieht oft beiläufig (Pfeile und Farben), manchmal mühsamer (Fahrschule) und vielfach sind Symbole nur noch einem eingeschränkten Kreis von Personen verständlich (Seekarten).

Eine gemeine Falle ist die falsche Vermutung über die Verständlichkeit eines Symbols. Das passiert, wenn man ein der Natur nachgestelltes, stark vereinfachendes Bild verwendet im Glauben, jeder andere wird das Bild auf die gleiche Weise interpretieren. Dazu ein Beispiel aus dem Leben:

Unsere Pfeffermühle gab nach zwei Jahren den Geist auf. (Gerüchten zufolge hat diese Art von Selbstzerstörung kurz nach Ablauf der Gewährleistungszeit Methode, aber das ist ein anderes Thema.) Jedenfalls: ein neues Gerät musste her. Gesagt, gekauft. Natürlich ein Edelmodell, bei dem das Produktdesign auch vor der Beschriftung nicht haltgemacht hat. Eine Beschriftung, die naturgemäß international ausfallen musste. Also Symbole statt Text. Es geht um den Mahlgrad, dessen unterschiedliche Stufen mit Strichen unterschiedlicher Anzahl symbolisiert werden:

Symbole Striche

Die Preisfrage lautet: wie viele Striche bedeuten »fein«, wie viele bedeuten »grob«. Tja, die Chancen stehen 50:50. Es ist ja auch nicht weiter dramatisch; man kann es ausprobieren und bei falscher Einstellung kommt niemand zu Tode. Vielleicht aber wäre eine andere Symbolik näher an der Anschauung und damit verständlicher. Hier ist ein Vorschlag:

Symbole große und kleine Punkte

Siehe auch: »Mehr als tausend Worte«.

PS: Wer die Preisfrage oben als Erster richtig beantwortet, bekommt ein Geschenk.

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Mercedes hat interaktive Betriebsanleitungen überarbeitet

An dieser Stelle wurde bereits an den interaktiven Betriebsanleitungen von Mercedes herumgenörgelt: »Betriebsanleitung interaktiv – und sinnvoll?«. Jetzt gibt es eine überarbeitete Version im Webbrowser zu bewundern: Betriebsanleitung Interaktiv.

Über das marketingpompös groß geschriebene und hinter das Substantiv gestellte Adjektiv interaktiv … ach, was soll’s. Wie sieht es mit dem Rest aus? Besser, schlimmbesser oder nur anders?

Hier mal zum Vergleich das schon im erstem Artikel abgebildete Thema Parkbremse, das jetzt Feststellbremse heißt:

Screenshot von der Mercedes-Website

Tja, doll ist es nicht, oder? Die Nummerierung wäre umgekehrt besser (Leserichtung, Reihenfolge). Eine Funktionsbeschreibung, wozu die Feststellbremse überhaupt dient, fehlt. Die kleine Abbildung der Kontrollleuchte ist schwer zu identifizieren. Und wo findet man diese Leuchte überhaupt in der weiten Landschaft des Kombiinstruments? Schön wäre zumindest ein Link auf die Übersichtsseite des Multidingens gewesen.

Nach wie vor unklar ist, wie und wann man diese interaktive Betriebsanleitung eigentlich anwenden soll. Klar, inzwischen sind iPad und Smartphones weiter verbreitet und man kann durchaus ohne Probleme mobil im Internet agieren. Sieht man sich das Ergebnis auf dem Bildschirm beispielsweise eines HTC an, hält sich die Begeisterung in Grenzen:

Foto Smartphone HTC

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Kunst aus der Bedienungsanleitung

»Es saugt und bläst der Heinzelmann …« – Nein, diesmal geht es nicht um den Loriot’schen Saugbläser, sondern um den »Fakir« und die künstlerische Interpretation seiner Bedienungsanleitung.

Die Hamburger Galerie Holzhauer zeigt noch bis zum 3. April 2011 Jakob Zoches Austellung »Klopfsauger Fakir 350«, zusammengestellt aus Bedienungsanleitungen. Entstanden ist mit dieser Serie eine Art Premium-Gebrauchsanleitung für die künstlerisch interessierte Hausfrau (Protestschreiben gegen den hier verwendeten Begriff »Hausfrau« bitte an die Redaktion). Die in der Bedienungsanleitung zum Fakir vorgefundenen Illustrationen verwandelt Zocher in großformatige, grellbunte Acrylbilder.

Ausschnitt Bild von Jakob Zoche

»Der Charme der Arbeiten«, so ist es auf der Website der Galerie zu lesen, »liegt in der vorgefundenen Wahl des Ausschnitts, der analytischen Raumstrukturierung der Stofflichkeiten, im lakonischen Witz des Abgebildeten und sowieso im konzeptkunstlichen Überbau.« Dem ist aus Sicht des Technischen Redakteurs nichts hinzuzufügen. Wer in Hamburg wohnt: einfach mal hingehen und ansehen!

PS: Jakob Zoche zeigt auch in weiteren Arbeiten sein Faible fürs Technische, wie auf seiner Website in den Rubriken »Kabelwerke« und »Netzwerke« zu sehen ist.

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Placebos in Medizin und Technik

Ein schönes Video zum Thema »Placebo-Effekt« findet sich auf YouTube. Besonders ansprechend ist der Gedanke zu Placebos in der Technik:

Screenshot YouTube

Die Autoren sind Daniel Keogh (http://www.twitter.com/ProfessorFunk) und
Luke Harris (http://www.lukeharrisgraphics.com). Danke sehr!

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