SciBlog – Wissenschaftskommunikation

SciBlog ist eine Plattform für Wissenschaftskommunikation in Österreich. Die SciBlogger wollen damit die Vernetzung der Community, den inhaltlichen Austausch und die theoretische und methodische Reflexion im wachsenden Bereich der Wissenschaftskommunikation fördern. Mitmachen sollen und können alle, die denken, dazu etwas beitragen zu können.

Initiatoren des Blogs für Wissenschaftskommunikation sind Absolventen und Lehrende des Lehrgangs SciMedia 1.0 & 2.0, aus dem auch ein Verein hervor gegangen ist: SciCo – Verein für Wissenschaftskommunikation.

Angeboten wird der in Wien stattfindende Lehrgang vom Institut für Wissenschaftskommunikation und Hochschulforschung. Dieses ist Teil der in drei österreichischen Städten präsenten IFF, der Fakultät für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (Klagenfurt – Graz – Wien) der Universität Klagenfurt.

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Innovation? Bedienungsanleitung schreiben!

Foto Glühlampe

Schneller, höher, weiter. Immer und überall suchen Menschen nach klügeren Lösungen, um die Herausforderungen des Alltags besser meistern zu können. Es braucht Kraft, Ehrgeiz, Energie und einen festen Willen, um aus einer kreativen Idee Werkzeuge, Geräte, Fahrzeuge, Maschinen oder auch Gegenstände des täglichen Lebens zu entwickeln, die Kunden begeistern. Und trotz allem: Erst wenn sich eine Neuerung am Markt gegen bisherige Lösungen durchsetzt und zahlungswillige Käufer findet, kann man von einer wirklichen Innovation reden.

Mit innovativen Problemlösungen lässt sich viel Geld verdienen. Aber nur, wenn das Neue auch angenommen, akzeptiert wird. Der Mensch ist bekanntlich träge und lässt nur ungern von Gewohnheiten ab. Um Neues bekannt und attraktiv zu machen, muss man es für den Kunden nicht nur schmackhaft und reizvoll machen, sondern auch so einfach wie möglich.

Fast alle Innovationen sind heute technischer Natur. Es sind technische Produkte. Es sind erklärungsbedürftige Produkte. Natürlich interessiert sich niemand dafür, wie UMTS funktioniert. Aber was ich damit machen kann, das ist interessant. Und wenn’s mir jemand in 3 Sätzen erklären kann: perfekt.

Für den Hersteller bedeutet das: Interesse geweckt, Nutzen klargemacht, Käufer gewonnen. Es klingt einfach, und das ist es auch. Leider verlassen sich immer noch die meisten Unternehmen darauf, dass eine Innovation »an sich« schon Anreiz genug bietet. Eine große Chance für die wenigen, die es anders machen. Denn nicht die Innovation, erst die Wirkung für den einzelnen ist das entscheidende Gewicht in der Waagschale. Feature-Fucking ist out, schnelle und leichte Nutzung mit hoher Wirkung ist in.

Gut, dass es Menschen gibt, die Verständlichkeit verkaufen. Denn Verständlichkeit führt zu Verständnis, Verständnis zu Bindung. Kunden binden – ist es nicht das, was alle Hersteller wollen?

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Web 2.0 ohne sinnvollen Inhalt

Im Jahr 2008 soll der Boom rund um Web 2.0 vorbei sein.
Als Grund dafür wurde die schlechte Qualität der nutzergenerierten Inhalte herangezogen. Das ist die Ansicht von Mitarbeitern des Web-Anwendungs-Testers SciVisum in Großbritannien.
Wie das Magazin VNUnet berichtete, werden zusammen mit Funktionen für Web 2.0 auch die Sites Schwierigkeiten haben, die rein auf E-Commerce spezialisiert sind und viele User-Inhalte zulassen. Die prognostizierte Web-2.0-Müdigkeit habe damit zu tun, dass die Marketingabteilungen der großen Firmen zunehmend zögern. Sie haben demnach Probleme damit, ihre teuren Banner vor Inhalten einzustellen, die zusammengewürfelt, unredigiert und insgesamt oft willkürlich sind.

Sie wollen augenscheinlich eher redigierte Inhalte, die die Zielgruppe genauer ansprechen, mit ihren Bannern umrahmen. Web 2.0 funktioniert demnach nicht mehr als Aspekt der Modernität einer Site, es wird augenscheinlich wieder auf Qualität geachtet.

Das lässt doch hoffen, oder?

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Unfreundliche Wiener und ihr Geschlecht

Die Wiener sind unfreundlich und respektlos.

Anders kann man es wohl nicht interpretieren, dass in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt Wien per Lautsprecherdurchsage darauf hingewiesen wird, man möge seinen »Sitzplatz Personen überlassen, die ihn notwendiger brauchen«. Menschen also, die aus irgendwelchen Gründen nicht sicher oder nicht längere Zeit stehen können. Spontan fallen einem ältere und schwache Menschen ein, die vielleicht gesundheitlich angeschlagen sind, oder Betrunkene, die bekanntermaßen auch erhebliche Probleme haben, sich aufrecht zu halten. Bei jungen Müttern weiß man nicht genau, warum sie neben dem Kinderwagen sitzen müssen sollten. Wie dem auch sein, die Gründe und Bedürfnisse können unterschiedlich sein.

Da die Durchsagen allein wohl nicht ausreichen, wird der Appell zusätzlich mit Symbolen verstärkt, die in den Straßenbahnen und Bussen auf die Aussage hinweisen. Diese Symbole weisen eine revolutionäre Besonderheit auf: In der Wiener Bilderwelt sind nicht nur Männer alt und nicht nur Frauen mit Kindern unterwegs.

Symbole der Wiener Linien

Wie kam es dazu? Wien hat im Jahr 2005 eine eigene Projektstelle Gender Mainstreaming in der Verwaltungsspitze eingerichtet. Angeblich ist das Know-how Wiens bei der Implementierung von Gender Mainstreaming sogar international gefragt. »Wir betrachten Gender Mainstreaming als maßgebliches Instrument für eine möglichst treffsichere KundInnenorientierung«, so Magistratsdirektor Dr. Ernst Theimer.

Na dann. Wenn’s hilft.

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1. Januar, Geburtstag der SMS

Am 1. Januar 1993 wurde die erste Kurznachricht für Mobiltelefone verschickt, im Netz der britischen Vodafone. Etwa einen Monat zuvor wurde die erste Short Message von einem Computer aus an ein Mobiltelefon verschickt.

SMS stand ursprünglich für Short Message Service (Kurzmitteilungsdienst). Inzwischen werden auch die Nachrichten selbst als SMS bezeichnet, weshalb der Duden beim Stichwort SMS “die” für die Nachricht und “der” für den Dienst verwendet.

Ursprünglich war der Short Message Service (SMS) lediglich eine Sende-Einbahnstraße der Netzbetreiber, um ihre Kunden zum Beispiel über verpasste Anrufe zu informieren. An den Austausch von schriftlichen Mitteilungen dachte damals niemand – schließlich ist das Telefon zum Sprechen da. Der technische Lückenfüller entwickelte sich jedoch in kürzester Zeit zum absoluten Kommunikationsliebling, anfangs vor allem bei jungen Leuten. Inzwischen hat die Kurznachricht alle Gesellschaftsschichten durchdrungen, sieht man von Ausnahmen ab (Karl Lagerfeld: “Ich bin doch kein Dienstmädchen und komme, wenn’s klingelt.”) Selbst Staats- und Regierungschefs haben keine Scheu vor der schlichtesten Art der Schriftkommunikation (siehe unten).

Nicht unerheblich für die weitere Verbreitung von SMS war die Erfindung des Text on 9 keys (T9), mit welcher die Texteingabe über die 9 Zifferntasten des Mobiltelefons deutlich komfortabler wurde. T9 basiert auf einer – mehr oder weniger – intelligenten Texterkennung anhand eines im Telefon gespeicherten Wörterbuches. Trotz dieser Erleichterung vertrauen geübte Simser eher ihrem flinken Daumen und natürlich den zahlreichen Abkürzungen, die, mehr noch als durch die Internet-Chats, durch die SMS-Welle entstanden:

cu – see you (bis später)
ak – alles klar
k – klar
ka – keine Ahnung
bb – bis bald
gl – good luck
hdgdl – Hab dich ganz doll lieb
ida – ich dich auch
nc – no comment
sry – sorry
vlg – Viele liebe Grüße

Weiterentwicklungen des SMS existieren heute unter dem Namen Enhanced Message Service (EMS) und Multimedia Messaging Service (MMS). EMS nutzt die normale Infrastruktur des SMS, ist aber zusätzlich noch in der Lage, Logos, Bilder und Klingeltöne mitzusenden. Praktisch alle heute aktuellen GSM- oder UMTS-Mobiltelefone unterstützen EMS. MMS ist als Weiterentwicklung von SMS und EMS anzusehen und bietet die Möglichkeit, multimediale Nachrichten an andere mobile Endgeräte oder an normale E-Mail-Adressen zu schicken.

Regelmäßig kommt es übrigens am Jahreswechsel zu Netzüberlastungen. Dies verwundert nicht bei 500 Millionen Kurzmitteilungen innerhalb weniger Minuten. So kommen pünktlich versendete Kurzmitteilungen vereinzelt erst Stunden später beim Empfänger an.

Daher: Geduld, sie kommt schon noch, die ersehnte Nachricht!

cu

Foto von Angela Merkel mit Handy

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