Ökostrom – Ökolabel – Ökolüge?

Verschiedene Ökostrom-Label

Je größer die Buchstaben in der Werbung sind, desto zierlicher sind oft die Buchstaben im Kleingedruckten. Das gilt auch, wenn es um Ökostrom geht. Gerade bei günstigen Angeboten ist Öko oft nur ein Werbeversprechen.

Weit verbreitet sind die sogenannten RECS-Zertifikate. Ein Stromkonzern kauft von einem Ökostrom-Hersteller die Erlaubnis, eine bestimmte Strommenge als Öko zu bezeichnen, auch wenn er in Wahrheit konventionellen Strom produziert. Es wird also nur mit der Bezeichnung gehandelt. Das ist zulässig, aber umstritten. Kritiker bezeichnen die RECS-Zertifikate als Augenwischerei, weil sich am Strommix in Deutschland rein gar nichts ändert. Vielmehr kauft ein deutscher Energieversorger etwa bei einem norwegischen Wasserkraftwerk nur das Recht, seinen Atom- oder Kohlestrom als Ökostrom bezeichnen zu dürfen.

Logos sollen die Entscheidung für einen Stromanbieter erleichtern, doch die Vielfalt an Öko-Labels ist groß. Auch die Kriterien, die für die Vergabe des jeweiligen Ökostrom-Logos maßgeblich sind, unterscheiden sich erheblich. »Wir haben leider kein einheitliches Siegel in Deutschland, daher muss der Kunde jeweils das Kleingedruckte lesen und genau hinschauen: Wird der Erlös aus dem Stromverkauf in den Ausbau erneuerbarer Energien gesteckt, ist das Ganze nachprüfbar, dann bin ich bei dem Ökostromanbieter gut aufgehoben«, so Dagmar Ginzel vom Preisvergleichsdienst Verivox.

Offenbar ist noch nicht einmal der TÜV mit seinen verschiedenen Niederlassungen in der Lage, ein einheitliches Siegel zu verwenden. So Vieles wird vereinheitlicht, genormt, standardisiert. Warum nicht ab und zu auch mal etwas Wichtiges?

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Altes Wissen bei ebay

Angebote bei ebay

Derzeit werden etwa 6.500 Bedienungsanleitungen bei ebay Deutschland versteigert.

Woher kommen die eigentlich? Warum hebt jemand die Bedienungsanleitung auf, wenn er das Produkt gar nicht mehr besitzt? Und warum will er sich später dann doch von ihr trennen?

Immerhin finden sich 7 Handbücher in der Rubrik »Kunst und Kultur«.

Den höchsten Preis hält im Augenblick mit 180,– EUR die Bedienungsanleitung für einen Ferrari 365 GT4, dicht gefolgt von der für eine BMW R20.

Und wer macht daraus jetzt eine schöne Geschichte?

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Bedienungsanleitung rettet Weihnachtsmann

Weihnachtsmann im Aufzug

»Bedienungsanleitungen liest kein Mensch«, heißt es ja immer. Von dieser Aussage ist es dann meist auch nicht weit zum oberschlauen Thekenspruch »Bedienungsanleitungen braucht kein Mensch.«

Schön, dass zumindest die zweite Aussage widerlegt wurde, denn sonst hätte es für vier Weihnachtsmänner in Lippstadt übel ausgehen können. Die vier als Weihnachtsmänner verkleideten Besucher des Weihnachtsmarktes in Münster blieben bei ihrer Rückreise im Aufzug des Lippstädter Bahnhofs stecken. Die Polizei und der Mitarbeiter eines Wachdienstes waren rasch zur Stelle; der defekte Aufzug ließ sich von dem Aufgebot aber nicht beeindrucken und blieb auch auf heftigstes Knopfdrücken hin stoisch an seinem Platz im Schacht. Schließlich kam jemand auf den Gedanken, zur Generierung weiterer Ideen einen Blick in die Bedienungsanleitung zu riskieren – mit Erfolg. Gegen 0:50 Uhr gelang es, den Aufzug etappenweise bis zur nächsten Tür zu fahren und die Weihnachtsmänner zu befreien. Aufgrund der mangelhaften Kabinenbelüftung war das Abeteuer für die vier Eingeschlossenen nicht ganz unfährlich, führte dank der hilfreichen Bedienungsanleitung aber zu einem glücklichen Ende.

Fazit: Ein Dank gebürt dem Menschen, der auch in der heutigen Zeit (siehe Einleitungssatz) den Mut aufbrachte, Rat in einer Bedienungsanleitung zu suchen. Ein weiterer Dank dem Aufzughersteller, dass eine hilfreiche und verständliche Bedienungsanleitung zur Stelle war.

Man sieht also, Bedienungsanleitungen sind keineswegs ein überflüssiger Luxus. Sie sind nichts für spannende Leseabende wie der neuste Grisham, aber wenn sie gebraucht werden, sind sie da und helfen. Natürlich nur, wenn ein professioneller Dienstleister für Technische Dokumentation sie geschrieben hat ;-)

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25. Mai – Handtuch-Tag

Foto rotes HandtuchDer Reiseführer »Per Anhalter durch die Galaxis« enthält ein paar Angaben zum Thema Handtücher. Ein Handtuch, heißt es da, ist so ungefähr das Nützlichste, was der interstellare Anhalter besitzen kann.
Einmal ist es von großem praktischem Wert – man kann sich zum Wärmen darin einwickeln, wenn man über die kalten Monde von Jaglan Beta hüpft; man kann an den leuchtenden Marmorsandstränden von Santraginus V darauf liegen, wenn man die berauschenden Dämpfe des Meeres einatmet; man kann unter den so rot glühenden Sternen in den Wüsten von Kakrafoon darunter schlafen; man kann es als Segel an einem Minifloß verwenden, wenn man den trägen, bedächtig strömenden Moth-Fluss hinuntersegelt, und nass ist es eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe; man kann es sich vors Gesicht binden, um sich gegen schädliche Gase zu schützen oder dem Blick des Gefräßigen Plapperkäfers von Traal zu entgehen (ein zum Verrücktwerden dämliches Vieh, es nimmt an, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen – bescheuert wie eine Bürste, aber sehr, sehr gefräßig); bei Gefahr kann man sein Handtuch als Notsignal schwenken und sich natürlich damit abtrocknen, wenn es dann noch sauber genug ist.

Der heutige 25. Mai wird von Douglas-Adams-Fans in aller Welt als Handtuch-Tag zu seinen Ehren gefeiert. Viele werden heute ihre Verehrung mit einem herausgehängten Handtuch zeigen. Achten Sie mal drauf, wenn Sie durch die Straßen gehen.

Der Tag wird übrigens wie folgt berechnet:

Es ist der letzte Tag eines Jahres, bei dem der Tag genau der Monat zum Quadrat ist (25.5. : 52 = 25). Weiterhin ist die Summe aus den Hexadezimalzahlen 25 und 5, also 0x25 = 2516 = 3710 und 0x5 = 516 = 510 ausgerechnet 0x25 + 0x5 = 0x2A, was nach Umrechnung ins Dezimalsystem wiederum 0x2A = 2A16 = 4210, also die berühmte 42 ist. Dies ist eine weitere Deutung der scherzhaft betriebenen Zahlenmystik um die Antwort 42.

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Aus Fehlschlägen lernen – Floppologie

Erinnert sich noch jemand an Growian?

Foto GROWIAN

Growian war der Kosename für einen der bekannteren Flops in der Geschichte deutscher Technikinnovationen: Große Windkraftanlage. Erdacht wurde das stromerzeugende Riesenwindrad in den 1980er Jahren. Ein Prototyp stand an der Nordseeküste bei Marne. Growian war lange Zeit die größte Windkraftanlage der Welt. Die Probleme mit Werkstoffen und Konstruktion machten einen dauerhaften Betrieb unmöglich. Die meiste Zeit zwischen dem ersten Probelauf 1983 bis zum Betriebsende 1987 stand die Anlage still. Schließlich wurde das zweiflüglige Windrad demontiert.

Ein eher kleiner Innovationsflop. Aber erinnert diese Geschichte nicht irgendwie an den aktuellen Stand des Projektes »Transrapid«? Man könnte den Eindruck haben, es geht immer wieder von vorn los. Klar ist, dass die meisten Innovationsideen scheitern. Kein Problem, es gibt noch genug. Problematisch – und sehr teuer – wird es, wenn das Scheitern bereits sichtbar ist, aber keiner der Beteiligten, auch nicht die Geldgeber, den Absprung schafft. Immer neues Geld und immer neue Kraft wird in Projekte gesteckt, die ihr Ziel nie erreichen. So etwas geht im großen Rahmen natürlich nur mit staatlicher Unterstützung, sprich Steuergeldern. Aber auch in kleineren Technikunternehmen beobachtet man immer wieder den Effekt, dass Projekte, die keinerlei Erfolge aufweisen können, bis zum bitteren Ende durchgezogen werden. Oft gelingt dies nur dadurch, dass bestimmte Kosten geschickt »herausgerechnet« werden und der Rest einem zu erwartenen »Riesenerfolg« gegenübergestellt wird. Oft sind es »Spielzeuge« einzelner, tonangebender Personen im Unternehmen, die sich fürs Ego zum Beispiel einen Bugatti Veyron 16.4 »gönnen«.

Um Entwicklungfehler zu vermeiden, die immer und immer wieder gemacht werden, wurde schon vor etlichen Jahren der Ruf nach einer Fehlerwissenschaft laut: der Floppologie (unter anderem hier). Am besten zusammen mit einem Museum der technischen Fehlschläge, der so genannten »failed innovations«. Der Rundgang durch ein solches Museum könnte manchem Produktmanager dabei helfen, Neuentwicklungen besser zu planen und zu beobachten. Und vielleicht werden eines Tages auch die erwarteten Entwicklungskosten nicht mehr voller Optimismus oder Hoffnung »geschönt«, sondern auf Basis tatsächlicher, umfassender Daten ermittelt. Dann kann es nämlich auch nicht mehr passieren, dass solche Kleinigkeiten wie die Technische Dokumentation als Teil der Produktentwicklung einfach »vergessen« werden.

Immerhin, etwas hat man zumindest von Growian gelernt. Nämlich, dass der Ansatz, über einzelne Großanlagen mit konventionellen Kraftwerken konkurrieren zu wollen, zum Scheitern verurteilt ist. Seither werden kleine und mittlere Anlagen oder so genannte Windparks errichtet, durchaus mit Erfolg.

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