So nicht: Audio-Bedienungsanleitung

Vor längerer Zeit haben wir das Thema auch hier schon einmal vorgestellt: die Audio-Bedienungsanleitung. Das Unternehmen Olympus hat diese Idee für einige Produkte umgesetzt, sinnigerweise für seine digitalen Diktiergeräte. Nun kann man sich das Ganze also anhören; ein Service für Blinde und Sehbehinderte soll es sein.

Prima, freut sich der Fachmann, eine gute Idee sinnvoll eingesetzt. Aber ach, was muss man über sich ergehen lassen, wenn man diese Bedienungsanleitung aufschlägt, pardon, anhört. Die gleichen Dummheiten und Fehler, wie sie in gedruckten Bedienungsanleitungen seit jeher gemacht werden. Als hätte es nie eine Aufklärung darüber gegeben, wie ein Handbuch sein muss, damit es funktioniert. Oder wenigstens gelesen wird, ohne dass man vom Augenverdrehen ganz schwindlig wird.

Los geht’s mit dem ebenso überflüssigen wie leider immer noch gern eingesetzten »Vielen Dank für den Kauf dieses digitalen Voicerecorders!« Und weiter im schlimmsten Amtsstubendeutsch »empfehlen wir die Durchführung« und »das Ausprobieren …« Diese Audio-Bedienungsanleitung ist einfach nur ein professionell vorgelesenes schlechtes Handbuch.

Nein, liebe Leute, so geht’s nicht. Einfach eine schlecht geschriebene Anleitung lesen – was für eine dumme Idee. Das Hören funktioniert anders als das Lesen. Zwar ist der Audiokanal viel empfindlicher als das Auge, aber auch etlichen Einschränkungen unterlegen. Beim Hören kann man beispielsweise nicht zurückblättern oder den Blick über die Seiten »wandern lassen«, um sich einen Überblick zu verschaffen. Ein Audiohandbuch muss demnach grundsätzlich anders strukturiert sein. Und vor allem nicht die sprachlichen Fehler eines schlechten Buchtextes wiederholen.

Danke für den Versuch. Liebes Olympus-Team, ich seid noch nicht soweit, aber es ist gut, dass Ihr den richtigen Weg eingeschlagen habt. Weiter so, Ihr schafft das.

Eine Hörprobe gibt es übrigens hier: Olympus Audio-Bedienungsanleitung.

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Bundeskanzlerin Merkel fordert bessere Gebrauchsanleitungen

Frau Merkel, selbst Physikerin und nach eigener Aussage nicht ganz ungebildet, bemängelt unverständliche und schlecht lesbare Bedienungsanleitungen für technische Geräte.

Das Thema wurde auch schon in den Blogs die Redakteuse und Joomla! für Dummies aufgegriffen, besonders gut gefällt mir aber der kommentierende Beitrag im manualBLOG.

Hier noch ein Auszug aus der Rede von Frau Merkel:

[…] Ich persönlich – das mag mit dem zunehmenden Alter zusammenhängen – stelle immer wieder fest, dass Gebrauchsanleitungen für technische Geräte oft sehr schwierig zu verstehen sind. Ich habe immerhin Physik studiert und denke mir, dass ich nicht ganz ungebildet bin. Man ist froh, wenn man den Text irgendwo auf Deutsch findet. Wenn man dann die Brille parat hat, kann man auch das Kleingedruckte einigermaßen lesen. Es ist gut, dass es Kinder gibt, die das alles intuitiv machen, und meistens auch nichts kaputt geht, wenn sie das Gerät einmal praktisch ausprobieren.

Gerade für Senioren ist es wichtig, dass Informationen wirklich in allgemein verständlicher Form aufbereitet werden. Mit dem Älterwerden machen sich die Schwierigkeiten, wie gesagt, schrittweise bemerkbar. In Bahnhöfen, im Internet und in Einkaufszentren wimmelt es von Anglizismen und Wortschöpfungen, die nicht nur älteren Menschen das Leben unnötig schwer machen. Deshalb sind die Anbieter gefordert, ihre Informationen klar, eindeutig, verständlich und in einer leserlichen Schriftgröße zu formulieren. Das sind eigentlich ganz einfache Dinge.

Man wundert sich, warum unsere deutsche Sprache so selten benutzt wird, um einfache Sachverhalte darzustellen. [...]

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Twitter Marketing ist Unsinn

Twitter Marketing ist Unsinn. Unter diesem provokativen Titel beschreibt Martin Oetting in seinem Blog die Unsitte, Marketingansätze nach den Instrumenten zu benennen, die sie nutzen, anstatt nach den Effekten, die man erzielen will.

Statt sich für eine Technik, ein Instrument, eine Methode zu begeistern, sollte man sich besser Fragen wie die folgenden stellen:

  • Welche Austausch- und Kommunikationsmechanismen mit potenziellen oder bestehenden Kunden können unserem Marketing weiterhelfen?
  • Was würden wir am allerliebsten unseren Kunden bieten, ermöglichen, vorschlagen, bereitstellen, damit die kommen, kaufen, wiederkaufen und ihre Freunde mitbringen?
  • Fänden unsere Kunden toll, wenn wir morgens bis nachts für sie zur Verfügung stehen?
  • Fänden sie es super, wenn wir sie die Farben der neuen Produkte mitentscheiden lassen?
  • Würden sie gern mit unseren Technikern über die Produktentwicklung reden?
  • Was wollen unsere Kunden supergern von uns haben, damit sie begeistert sind?
  • Was können wir uns ausdenken, um sie positiv zu überraschen?

Wenn solche Fragen beantwortet sind, wenn sich daraufhin Twitter als zweckmäßiger Kanal herausstellt, dann ist Twitter-Marketing kein Unsinn mehr.

Siehe auch:

Servicekosten senken mit Twitter

Benutzerinformationen und Twitter

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Sommerzeit – Rasenmäherzeit

Der TÜV Süd hat es erkannt: Die Sommermonate sind die Hochsaison für Freunde des gepflegten Rasens. Cabrio-Enthusiasten sind nicht gemeint, sondern die vielen Freizeit-Greenkeeper, die dem schnellen Nachwuchs ihrer »Blumenwiese Kelly« mit entschiedenen Schnitten entgegentreten müssen.

Aus aktuellem Anlass hat der TÜV Süd daher einige Ratschläge zum Rasenmäherkauf zusammengefasst und auf dem Presseportal lifepr.de veröffentlicht.

Am besten hat uns dabei der folgende Hinweis gefallen:

»Für alle Modelle gilt: Hinweise auf die Qualität gibt auch die Bedienungsanleitung. Sie muss vollständig und verständlich formuliert sein. Ein intensiver Blick vorab lohnt sich – und das ausführliche Studium vor dem ersten Einsatz sowieso.«

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Vertriebsunterlagen machen schlau

Vertriebsunterlagen machen schlau. Und wer schlau ist, kann besser verkaufen. Ganz einfach. Eigentlich.

Immer wieder hört man in Unternehmen, dass der Außendienst sich beschwert: »Wir brauchen mehr Material!«, »Was soll ich denn den Leuten erzählen, wenn ich nichts weiß?«, »Ohne Material kann man nicht arbeiten.« Produktmanagement und Vertrieb sind genervt.

Wo ist eigentlich das Problem? Die Außendienstler haben recht. Sie müssen die Produkte des Unternehmens kennen wie ihre Westentasche. Sonst begeben sie sich auf einen steinigen Pfad. Offenbar erwartet man in Unternehmen jedoch allzu oft, dass diese Informationen irgendwie automatisch in die Köpfe kommen. Anzeigen und Prospekte für Endkunden werden in Auftrag gegeben, aber die eigenen Leute sitzen auf dem Trockenen.

Das muss nicht sein und ist auch gar nicht hilfreich, denn (siehe Titel). Klar ist, man kann in großen Unternehmen nicht jeden einzelnen Vertriebler weltweit einmal in der Woche zur Schulung rufen. Die Alternative sind perfekt ausgearbeitete Schulungsunterlagen für den Außendienst. Mit Leidenschaft zusammengestellt, großzügig, wertvoll müssen diese Unterlagen sein. Der Außendienstmitarbeiter soll wissen, dass seine Arbeit wichtig ist und geschätzt wird. Er vertritt das Unternehmen. Je wohler ihm dabei ist, desto mehr wird er sich einsetzen. Darum bitte keine zusammengeschusterten Worddateien ohne Struktur, keine kilometerlangen E-Mails, keine Entwicklerdokumentation, aus der man sich die relevanten Teile mühsam heraussuchen muss.

Es gibt viele Möglichkeiten.

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