SIM-Karte ins iPhone einsetzen

Da immer wieder Google-Suchen mit dem Wortlaut »SIM-Karte in iPhone einlegen« (oder so ähnlich) hierher geleitet werden, bin ich mal nicht so und verrate in Kurzform den Trick:

Eine längere Version gibt’s bei iphone-fan.de, neben vielen anderen Infos zum iPhone.

Apple selbst scheint diesem Thema keine besondere Wichtigkeit beizumessen. Klar, das würde ja auch dem Selbstbild widersprechen »Alles intuitiv bedienbar, keine Bedienungsanleitung notwendig«. Ist man sich zu fein, eine Bedienungsanleitung zu schreiben? Tja, manchmal ist es vielleicht doch nicht so einfach. Und wenn man wirklich nicht selbst schreiben will: Es gibt auch gute Dienstleister für Technische Dokumentation.

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Post ohne Pakete

Die Deutsche Post – oder DHL oder Deutsche Post DHL oder wie immer das Unternehmen auch heißt – hatte gefühlt ja schon immer ein kleines Problem mit dem Thema Usability. Und in letzter Zeit vermehrt auch eines mit der eigenen Positionierung.

Nur ein Beispiel: Nachdem man geduldig den halben Vormittag in einer Menschenschlange stehend vor dem einzigen geöffneten Paketschalter der Hauptfiliale einer deutschen Großstadt verbracht hat, sich nach vollbrachter Ehrerweisung und Dankbarkeitsbezeugung in Form von penibel ausgefüllten, feinstgegliederten Formularen der erhofften Dienste versichert hat (Antwort des Mannes in Blaugelb:»Weiß ich auch nicht, wie lange das Paket per Express unterwegs ist.«) und sich erschöpft dem Ausgang zuwendet, kommt mit Sicherheit noch die – jetzt plötzlich geht’s – freundliche Frage: »Interessieren Sie sich für … ?«. Je nach Laune und Wochentag folgen dann die Variablen Handyvertrag, Sparkonto, Strom, Versicherung … usw.

Nein!

Klar, bei so viel Durcheinander in der eigenen Produktfamilie kann man schon den Überblick verlieren und schizophrene Züge an den Tag legen. Das führt dann in der Folge zu leichter Verwirrung bei einfach strukturierten Kunden wie mir. Heute wollte ich mal wieder ein Paket verschicken. Besser erstmal auf der Website informieren, bevor es am Schalter wieder Ärger gibt, war der naheliegende Gedanke. Siehe da, es gibt eine alphabetische Übersicht. Und damit ist das Ende der Usability-Fahnenstange auch schon erreicht. Buchstabe P wie Paket … nix Paket.

Was ist denn jetzt los, kann man keine Pakete mehr verschicken? Nach ein bisschen Sucherei dann ein erster Hinweis: »Der Briefdienstleister Deutsche Post ist Teil des globalen Post- und Logistikkonzerns Deutsche Post DHL. Weitere Informationen zum Konzern unter … «. OK, kein Problem, hin zur Website von DHL. Presse, Karriere, Nachhaltigkeit, Investoren – das Stichwort Pakete scheint hier nebensächlich zu sein, zumindest in der Navigation. Die Quicklink-Liste hat noch Foto-Service und Geschichte zu bieten sowie Hauptversammlung und Logistik-Trends. Einen Trend zum Paketdienst scheint es nicht zu geben. Also zurück zur Deutschen Post und nochmal gesucht. Da endlich: eine Preisliste als PDF-Datei zum Download. Man darf gespannt sein.

Tatsächlich, in der Preisliste der Deutschen Post gibt es sie noch, die Pakete, mit den wichtigsten Angaben zu Größen und Gewichten (das Kleingedruckte erfährt man erst am Schalter, da haben die nämlich ein dickes Buch mit Ausnahmen und Sonderregeln).

So viel zu Thema Post, DHL und Usability.

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Weltbedienungsanleitungen V2.0

Vor etwa 1,7 Jahren haben wir unsere liebsten Weltbedienungsanleitungen hier vorgestellt. Inzwischen hat der Südwestrundfunk (SWR) eine eigene Weltbedienungsanleitung entwickelt, die in Abständen als Kurzhörspiel auf SWR2 gesendet wird und auch auf der Website von SWR2 zu hören ist.

Der Einfachheit halber (und wegen notorischer Faulheit) kopiere ich den Einleitungstext mal hierher:

»Wohin verduften die Socken beim Waschen? Und warum verschwinden sie nicht in Paaren? Woher bekomme ich ein funktionierendes Weltbild? Und wie wird es installiert? Die korrekte Bedienung der Welt ist nicht immer einfach. Gut, dass es einen richtungsweisenden Telefonservice gibt, der endlich brauchbare Antworten auf die wichtigsten Grund- und Anwendungsfragen unserer Existenz liefert. – Benutzerfreundlich, lebenspraktisch, überkonfessionell, und mit sekundengenauer Abrechnung. Registrierte Weltbenutzer erhalten hier die einzig richtige Antwort auf ihr persönliches Weltbedienungsproblem – mal glückskeks-banal, mal echt-philosophisch und nicht selten unhaltbar-kryptisch. Freuen Sie sich auf eine Begegnung mit den unendlichen Weiten geheimen Weltwissens.«

Hier ist der erste Beitrag der Reihe mit dem Titel: »Geld vergessen«

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Duden vs. Wahrig: Nächste Runde


Die Schlacht um die Deutungshoheit über die rechte Schreibung geht weiter. Gestern erschien die neuste Ausgabe des »Wahrig«, heute steigt der ewige Gegner »Duden« in den Ring. Beide kämpfen um den Titel »Die deutsche Rechtschreibung«.

Das könnte uns ja schnuppe sein, gäbe es nicht die widersprüchlichen Empfehlungen zur korrekten Schreibweise in beiden Werken; angeblich sind es tausende. Wem soll man vertrauen? Hier ein paar Beispiele:

Duden: Albtraum – Wahrig: Alptraum

Duden: Besserverdienende – Wahrig: besser Verdienende

Duden: tschau! – Wahrig: ciao!

Duden: Funken sprühend – Wahrig: funkensprühend

Duden: gelber Sack – Wahrig: Gelber Sack

Duden: groß angelegt – Wahrig: groß angelegt

Duden: Handicap – Wahrig: Handikap

Duden: Handout – Wahrig: Hand-out

Duden: Himalaja – Wahrig: Himalaya

Duden: Nugat – Wahrig: Nougat

Duden: Pappmachee – Wahrig: Pappmasché

Wie geschrieben, dies sind widersprüchliche Empfehlungen. In den meisten Fällen lassen beide Wörterbücher beide Schreibweisen zu. Verwirrend bleibt es dennoch. Was die praktische Arbeit angeht: Bei uns entscheiden die Kunden, nach welchen Empfehlungen wir uns richten sollen. Wenn ich wählen darf, ziehe ich den »Wahrig« vor.

Siehe auch: »Duden-Rätsel«, »Duden-Rätsel 2« und »Duden-Rätsel 3«.

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Sinnlose Warnung bei Twitter?

Warnhinweise – das weiß jeder gute Technische Redakteur – sind, außer bei Gefahren für Leib und Leben, insbesondere dann sinnvoll und notwendig, wenn eine Handlung nicht rückgängig gemacht werden kann. Typisch dafür sind Löschfunktionen oder das Ändern von Grundeinstellungen bei Maschinen und Software. Dann heißt es zum Beispiel:

»ACHTUNG! Mit Drücken der Löschtaste werden alle Einstellungen aus dem Speicher gelöscht. Sie können das Löschen nicht rückgängig machen und die Einstellungen nicht automatisch wiederherstellen.«

Twitter ist ein Webdienst für spontane Rundrufe in die Welt des Internets. Nichts für die Ewigkeit. Wenn man keine Lust mehr hat, löscht man einfach seinen Account und das war’s. Es gibt kein Zurück. Und weil das so ist, wird nach dem Klick auf »Delete« ein ausführlicher Warnhinweise angezeigt.

Ein schneller Klick und alles ist vorbei. Keine Daten liegen noch irgendwo in der Welt auf einem Server. Nichts kann wiederhergestellt werden, nichts kann plötzlich aus den Tiefen des WWW wieder auftauchen. Datenschutz pur. Aber jetzt kommt’s. Kurz nach dem Löschen des eigenen Accounts ereilt einen die Reue und man will doch zurück. Geht nicht? Geht doch!

Sehr seltsam und verwirrend. War man zunächst noch sicher, dass von dem eigenen Ausflug in die Twitterwelt nichts übrig blieb, zweifelt man nach diesem Erlebnis doch erheblich und denkt noch einmal über das Speichern und Wiederherstellen von Daten nach.

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