Linguee – das Web als Wörterbuch

»Das Web als Wörterbuch« verspricht ein neuer kostenloser Übersetzungsdienst. Die Idee hinter Linguee.de ist so einfach wie genial: Nach Eingabe eines Suchbegriffs werden im Internet Texte durchsucht, die bereits von anderen übersetzt wurden. Auf diese Weise bekommt man sehr schnell einen Überblick, wie Vokabeln in verschiedenen Kontexten verwendet werden. Wörterbücher listen zwar immer synonyme Übersetzungen auf, geben aber nur in Einzelfällen Auskunft darüber, wann welcher Begriff der richtige ist. Hier bietet Linguee die perfekte Lösung.

Für Linguee haben die Gründer des Suchdienstes, Gereon Frahling und Leonard Fink, eine völlig neue Technik entwickelt. Ein Webcrawler sucht und analysiert mehrsprachige Webseiten. Das können Fachteste, Unternehmenspräsentationen, aber auch wissenschaftliche Dokumente und andere Veröffentlichungen sein. Ein eigens entwickeltes Machine-Learning-System unterzieht anschließend jede gefundene Übersetzung einer Qualitätsprüfung. Dieses Lernsystem wird durch die Feedbacks der Anwender kontinuierlich trainiert und verbessert. Liguee kann nicht nur nach einzelnen Wörtern suchen, sondern auch nach Phrasen.

Im Herbst 2007 entschloss sich Gereon Frahling, seine Postdoc-Stelle in der Forschungsabteilung von Google in New York aufzugeben. Er brauchte nicht lange, um seinen alten Freund und Entwicklerkollegen Leonard Fink von der Idee hinter Linguee zu überzeugen. Seit Anfang 2008 entwickeln sie gemeinsam den Online-Dienst.

Ein kleiner Wermutstropfen: Bisher gibt es nur die Sprachenkombination Deutsch-Englisch.

Kommentieren

Bedienungsanleitung gestohlen

Aus dem Polizeibericht:

»HEROLDSBACH. In der Baiersdorfer Straße wurde Freitagnacht ein grüner BMW aufgebrochen und der Fahrzeugschein entwendet. Der bislang unbekannte Täter gelangte durch Aufhebeln der Scheibe ins Fahrzeuginnere und nahm außerdem die Bedienungsanleitung des Fahrzeuges an sich. Wer hat Beobachtungen gemacht? Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Forchheim unter der Rufnummer 09191/70900 entgegen.«

Soll noch mal jemand behaupten, niemand interessiere sich für Bedienungsanleitungen.

Kommentieren

Bedienungsanleitung als virales Marketinginstrument?

Das Ereignis fraß sich wie ein Buschfeuer durchs Internet. Vor einigen Tagen wurde im Internet die Gebrauchsanweisung der neuen Digitalkamera alpha 850 von Sony entdeckt. Und das, obwohl die Kamera noch gar nicht auf dem Markt ist. Das Interesse der Foto-Community und noch mehr der professionellen Fotomagazine war geweckt und alle Welt stürzte sich auf Daten und Informationen, die rasend schnell verbreitet und kommentiert wurden. Die neue alpha 850 ist in aller Munde.

Angeblich war die Vorab-Veröffentlichung der Gebrauchsanleitung durch Sony Asia-Pacific ein Versehen. Soll man das glauben? Ein japanischer Großkonzern, der »versehentlich« Informationen zu einem neuen Produkt veröffentlicht? Ich bin geneigt, an einen geschickten Schachzug zu glauben. Handyhersteller machen es bereits seit einiger Zeit vor. Gezielt werden Gerüchte in die Welt gesetzt über neue Designs, Oberflächen, Funktionen und Daten. Zuerst in Foren, wo es die Medien aufgreifen, dann tauchen erste Videos bei YouTube auf und schließlich muss der Hersteller »zugeben«, dass tatsächlich alles so ist wie »vermutet«. Propaganda in Zeiten von Web 2.0.

Sony gebührt in diesem Szenario allerdings die Ehre, die PR-Maschinerie mit einer schlichten Bedienungsanleitung gefüttert zu haben. Endlich hat mal jemand gezeigt, dass man mit dem Understatement einer Gebrauchsanleitung großes Interesse wecken kann und mit einer Bedienungsanleitung ein weit unterschätztes Werbemedium in den Händen hält. Warum? Ganz einfach: Bedienungsanleitungen sind ehrlich, sie sagen die Wahrheit. Keine Reklame, keine aufgeblasenen Versprechen, kein buntes Gezappel ohne Inhalt, kein Tamtam, kein Schmu.

Und wenn dann noch das Spielerische, die Schatzsuche, dazu kommt, wie bei Sony: perfekt! Plötzlich liest die Welt eine Bedienungsanleitung, freiwillig und dazu noch, ohne überhaupt das Produkt zu besitzen. Darüber sollte man in den Marketingabteilungen jetzt mal nachdenken.

Meine Güte, wenn das erst die Hersteller von Investitionsgütern merken, wie man mit Technischer Literatur Kunden gewinnen kann – nicht auszudenken …

Kommentieren

Betriebsanleitung interaktiv – und sinnvoll?

Interaktive Bedienungsanleitungen, dieses Stichwort geistert bereits seit einigen Jahren in den Köpfen der Verantwortlichen. Genaue Vorstellungen, was denn genau interaktiv sein soll und in welcher Weise Interaktionen angeboten werden sollen, bleibt eher verschwommen. Ausgereifte Konzepte gilt es nur wenige, gelungene Umsetzungen noch weniger. Letzteres ist nicht zuletzt eine Frage des Budgets.

Mercedes-Benz bietet auf seiner Website für einige Spitzenmodelle interaktive Betriebsanleitungen an. Nun ja, zumindest werden sie so genannt. Zuerst das Positive: die Zeichnungen sind sehr aufwändig gestaltet und haben sicher eine Stange Geld gekostet.

Grafik Mercedes-Benz

Dieses Geld hat wohl beim Konzept gefehlt. Denn es stellt sich, bei aller Bewunderung für die Ausgestaltung, die Frage: Was soll das? Oder etwas differenzierter: Wie hat man sich in der Dokumentationsabteilung (wahrscheinlich war’s eher im Marketing) die Benutzung dieser »interaktiven Betriebsanleitung« vorgestellt? Soll ich mich mit meinen Laptop hinters Steuer setzen, den UMTS-Stick aktivieren und dann die Website von Mercedes-Benz anwählen? Wo setze ich denn den Rechner hin, wenn ich das, was ich am Bildschrim lese, auch ausprobieren will? Auf den Beifahrersitz? Die Schrift der eingeblendeten Tooltips ist etwas klein geraten. Soll ich den Computer vor das Lenkrad hängen? *

Oder soll ich mir das Ganze in Ruhe zu Hause am Schreibtisch ansehen? Das könnte ein nettes Gedächtnistraining sein, womit man dann zumindest den Kauf des neuen Doktor-Hiroshima-Hirnjoggers gespart hätte.

Worin besteht nun die Interaktivität? Ganz einfach und schlicht: Wenn man die Maus auf die blauweißen Punkte bewegt, wird eine Textbox eingeblendet, zum Beispiel »Kombischalter«. Klickt man dann auf den Link »Details«, werden weitere Informationen in einem größeren Fenster angezeigt. Gut, in gewisser Weise ist das schon interaktiv. Im Detail hapert es dann allerdings schon mal mit der Umsetzung. Die Detailinformationen zur Parkbremse erläutern nicht die Benutzung der Bremse, sondern des Lösegriffs.

Screenshot Interaktive Betriebsanleitung

Schwamm drüber, kann passieren. Etwas anderes jedoch: Die Illustrationen sind nicht besonders übersichtlich und enthalten teilweise verwirrend viele Details. Das ist nicht gerade perfektes Illustratorenhandwerk.

Ehrlich, ich weiß nicht, ob diese Umsetzung einer interaktiven Bedienungsanleitung so brillant ist. Kennt jemand bessere Beispiele?

Kommentieren

Applaus für den SysAdmin – Danke, Danke, Danke, Danke, Danke!

Heute ist SysAdminDay (System Administrator Appreciation Day). Seit zehn Jahren wird am letzten Freitag im Juli der Systemadministratoren in den dunklen Kellern der Welt gedacht.

Heise online rät, von eher konventionellen Geschenken wie Socken, Oberhemden, Schlipsen oder gar einem Blumenstrauß Abstand zu nehmen. Deutlich mehr Dankbarkeit ernten die sogenannten User mit Technik-Spielzeug neuster Bauart, wie man es beispielsweise bei ThinkGeek findet. Nahrungsmittel-Präsente sollten Koffein enthalten oder einen hohen Zuckeranteil haben. Eine spontane Büro-Party gilt als genehm, aber nicht zwingend erforderlich.

Wir sagen einfach ganz laut »Danke!« – und beachten Euch den Rest des Jahres nicht weiter ;-)

Kommentieren