Unfreundliche Wiener und ihr Geschlecht

Die Wiener sind unfreundlich und respektlos.

Anders kann man es wohl nicht interpretieren, dass in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt Wien per Lautsprecherdurchsage darauf hingewiesen wird, man möge seinen »Sitzplatz Personen überlassen, die ihn notwendiger brauchen«. Menschen also, die aus irgendwelchen Gründen nicht sicher oder nicht längere Zeit stehen können. Spontan fallen einem ältere und schwache Menschen ein, die vielleicht gesundheitlich angeschlagen sind, oder Betrunkene, die bekanntermaßen auch erhebliche Probleme haben, sich aufrecht zu halten. Bei jungen Müttern weiß man nicht genau, warum sie neben dem Kinderwagen sitzen müssen sollten. Wie dem auch sein, die Gründe und Bedürfnisse können unterschiedlich sein.

Da die Durchsagen allein wohl nicht ausreichen, wird der Appell zusätzlich mit Symbolen verstärkt, die in den Straßenbahnen und Bussen auf die Aussage hinweisen. Diese Symbole weisen eine revolutionäre Besonderheit auf: In der Wiener Bilderwelt sind nicht nur Männer alt und nicht nur Frauen mit Kindern unterwegs.

Symbole der Wiener Linien

Wie kam es dazu? Wien hat im Jahr 2005 eine eigene Projektstelle Gender Mainstreaming in der Verwaltungsspitze eingerichtet. Angeblich ist das Know-how Wiens bei der Implementierung von Gender Mainstreaming sogar international gefragt. »Wir betrachten Gender Mainstreaming als maßgebliches Instrument für eine möglichst treffsichere KundInnenorientierung«, so Magistratsdirektor Dr. Ernst Theimer.

Na dann. Wenn’s hilft.

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