Symbolisch oder verständlich?

»Ein Bild sagt mehr als tausend Worte« gehört vielleicht zu den meistüberschätzten Weisheiten, wenn es um das Schreiben von Bedienungsanleitungen geht. Ja, manchmal lässt ein Bild schneller erkennen, um was es geht, wo etwas zu finden ist oder wie etwas korrekt aufgebaut, eingestellt oder aussehen muss. Und das schneller als es eine Beschreibung mit Worten vermag.

Die größtmögliche Reduktion eines Bildes ist ein Symbol, im Zusammenhang mit grafischen Bedienoberflächen häufig auch englisch als Icon bezeichnet. Ein Symbol spart Platz und Übersetzungskosten und rettet unter anderem Programmierer vor der durchaus anspruchsvollen Aufgabe, einen exakt passenden Begriff, etwa für eine Funktion, zu finden.

Foto Pfeffermühle

Diese durchaus vorhandenen Vorteile verleiten jedoch allzu häufig dazu, den Einsatz von Symbolen zum Prinzip zu erheben – auch dann, wenn es für viele Darstellungen keinerlei sichere Übereinkunft hinsichtlich ihrer Bedeutung gibt. Symbole müssen wie jedes andere Sprach- oder Kommunikationselement erlernt werden, bevor man sie versteht. Das geschieht oft beiläufig (Pfeile und Farben), manchmal mühsamer (Fahrschule) und vielfach sind Symbole nur noch einem eingeschränkten Kreis von Personen verständlich (Seekarten).

Eine gemeine Falle ist die falsche Vermutung über die Verständlichkeit eines Symbols. Das passiert, wenn man ein der Natur nachgestelltes, stark vereinfachendes Bild verwendet im Glauben, jeder andere wird das Bild auf die gleiche Weise interpretieren. Dazu ein Beispiel aus dem Leben:

Unsere Pfeffermühle gab nach zwei Jahren den Geist auf. (Gerüchten zufolge hat diese Art von Selbstzerstörung kurz nach Ablauf der Gewährleistungszeit Methode, aber das ist ein anderes Thema.) Jedenfalls: ein neues Gerät musste her. Gesagt, gekauft. Natürlich ein Edelmodell, bei dem das Produktdesign auch vor der Beschriftung nicht haltgemacht hat. Eine Beschriftung, die naturgemäß international ausfallen musste. Also Symbole statt Text. Es geht um den Mahlgrad, dessen unterschiedliche Stufen mit Strichen unterschiedlicher Anzahl symbolisiert werden:

Symbole Striche

Die Preisfrage lautet: wie viele Striche bedeuten »fein«, wie viele bedeuten »grob«. Tja, die Chancen stehen 50:50. Es ist ja auch nicht weiter dramatisch; man kann es ausprobieren und bei falscher Einstellung kommt niemand zu Tode. Vielleicht aber wäre eine andere Symbolik näher an der Anschauung und damit verständlicher. Hier ist ein Vorschlag:

Symbole große und kleine Punkte

Siehe auch: »Mehr als tausend Worte«.

PS: Wer die Preisfrage oben als Erster richtig beantwortet, bekommt ein Geschenk.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>