Smart und handy

Ein zeitgenössisches Mobiltelefon, vulgo »Handy«, bietet neben einer fast unüberschaubaren Funktionsvielfalt tatsächlich immer noch die Möglichkeit zum einfachen Telefonieren.

Wobei »einfach« es vielleicht nicht ganz trifft. Beispiel: das Annehmen von Anrufen. Eine mehr oder weniger aufdringliche Melodie ertönt und schwillt stetig an, bis ein Lärmpegel erreicht ist, der sämtliche europäischen Umweltminister aufwachen lässt. Besonders gern übrigens in Theatern und Kinos.

Warum dauert es eigentlich immer so lange, bis der oder die Angerufene den Anruf annimmt und damit wieder Ruhe im Umkreis von acht bis fünfundzwanzig Metern einkehren kann? Vielleicht daran: Jedes Mittelklasse-Handy verfügt über zwei bis fünf Möglichkeiten, einen ankommenden Anruf anzunehmen; mit der Hörer-Taste, einer frei programmierbaren Taste, einem Sprachbefehl, einer Automatik oder durch einen mechanischen Vorgang (Aufklappen oder Aufschieben). Wo man früher blind mit einer Hand zum Hörer greifen konnte, während der Blick noch zwischen den Zeilen der Frühstückszeitung umherirrte, ist heute eine Reihe von Entscheidungen erforderlich, um den entsprechenden Schritt einzuleiten. Varianten und Alternativen müssen abgewogen werden, Tastensymbole erkannt, identifiziert und mit der entsprechende Funktion in Verbindung gebracht werden. Dies scheint den gemeinen Handy-Benutzer häufig zu überfordern, was zu einer spürbaren Verlangsamung des Vorgangs führt – unter Anteilnahme der in der Nähe befindlichen Bevölkerung.

Ein Vorschlag zur Güte: EINE große Taste zur Annahme von Anrufen quer in die Mitte des Geräts setzen. Keine Alternativen (außer bei angeschlossener Freisprecheinrichtung)! Dann wäre ein kleiner Teil der Welt wieder etwas einfacher und erträglicher. Dann wären Mobiltelefone nicht nur handy, sondern auch smart. Um nicht zu sagen, clever.

Foto Handy mit klassischem Telefonhörer

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