Ökostrom – Ökolabel – Ökolüge?

Verschiedene Ökostrom-Label

Je größer die Buchstaben in der Werbung sind, desto zierlicher sind oft die Buchstaben im Kleingedruckten. Das gilt auch, wenn es um Ökostrom geht. Gerade bei günstigen Angeboten ist Öko oft nur ein Werbeversprechen.

Weit verbreitet sind die sogenannten RECS-Zertifikate. Ein Stromkonzern kauft von einem Ökostrom-Hersteller die Erlaubnis, eine bestimmte Strommenge als Öko zu bezeichnen, auch wenn er in Wahrheit konventionellen Strom produziert. Es wird also nur mit der Bezeichnung gehandelt. Das ist zulässig, aber umstritten. Kritiker bezeichnen die RECS-Zertifikate als Augenwischerei, weil sich am Strommix in Deutschland rein gar nichts ändert. Vielmehr kauft ein deutscher Energieversorger etwa bei einem norwegischen Wasserkraftwerk nur das Recht, seinen Atom- oder Kohlestrom als Ökostrom bezeichnen zu dürfen.

Logos sollen die Entscheidung für einen Stromanbieter erleichtern, doch die Vielfalt an Öko-Labels ist groß. Auch die Kriterien, die für die Vergabe des jeweiligen Ökostrom-Logos maßgeblich sind, unterscheiden sich erheblich. »Wir haben leider kein einheitliches Siegel in Deutschland, daher muss der Kunde jeweils das Kleingedruckte lesen und genau hinschauen: Wird der Erlös aus dem Stromverkauf in den Ausbau erneuerbarer Energien gesteckt, ist das Ganze nachprüfbar, dann bin ich bei dem Ökostromanbieter gut aufgehoben«, so Dagmar Ginzel vom Preisvergleichsdienst Verivox.

Offenbar ist noch nicht einmal der TÜV mit seinen verschiedenen Niederlassungen in der Lage, ein einheitliches Siegel zu verwenden. So Vieles wird vereinheitlicht, genormt, standardisiert. Warum nicht ab und zu auch mal etwas Wichtiges?

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