Erlaubnisschilder

Verbotsschilder, Gebotsschilder, Hinweisschilder, das ist die klassische Aufteilung. Gefühlt sind die ersten beiden Typen in der Überzahl; das scheint sogar weltweit zu gelten. Fragt man hierzulande, fallen den meisten Menschen mehr Verbote auf als freundliche Hinweise. Einen beeindruckenden Beleg liefert das Bildarchiv auf klein-aber-fein.de.

Die europaweite Stärkung des Nichtraucherschutzes, die zu einem flächendeckenden Rauchverbot per Gesetz geführt hat, hat in Spanien als kleine »Nebenwirkung« einen neuen Schildertypus hervorgebracht: das Erlaubnisschild. Anders als in den meisten anderen europäischen Staaten ist es in Spanien den Betreibern kleinerer Gaststätten nämlich möglich, selbst zu entscheiden, ob in ihrem Lokal geraucht werden darf oder nicht. Diese Entscheidung muss lediglich durch ein Schild deutlich gemacht werden: Das Raucherlaubnisschild.

Foto Rauchen erlaubt

In den spanischen Bars bleibt also mehr oder weniger alles beim alten. Da blickt der deutsche Eckkneipenraucher schmachtend nach Süden, was? Ein Umzug will dennoch gut überlegt sein, denn Spanien hat neben Italien die schärfsten gesetzlichen Regelungen gegen das Rauchen in der Öffentlichkeit und beeindruckt mit Strafen bis zu 10.000 €.

Sind Erlaubnisschilder ein Indiz für mehr Restriktionen im Leben? Wenn viel verboten ist, bedeutet das, wir leben »eigentlich« in großer Freiheit?

Wie immer die Sache mit dem Nichtraucherschutz ausgehen wird, spannend ist, ob es in Zukunft weitere Erlaubnisschilder geben wird, vielleicht als Aufsteller für den Fernsehapparat (»Denken erlaubt«) oder in den Bussen der BVB (»Lächeln erlaubt«).

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>