Benutzerinformationen und Twitter

Nun gut, der Kurznachrichtendienst Twitter hat mit 4 Millionen Besuchern seiner Website im Monat Februar die kritische Masse erreicht. Nach einem Bericht der Wirtschaftswoche im März 2009 sind in Deutschland 30.000 natürliche oder juristische Personen auf Twitter aktiv (basierend auf einer Schätzung der Web Evangelisten). Inzwischen melden sich jede Woche 4.000 Menschen neu an. Zeit also, sich mit dem Phänomen auch aus Sicht der technischen Dokumentation, oder einfacher gesagt: der Benutzerinformation, zu beschäftigen? Vielleicht.

Die Medien haben sich schon vor geraumer Zeit darauf gestürzt, inzwischen auch die Marketingbranche und im Grunde die gesamte Werbeindustrie. Gesucht werden neue, noch nicht ausgereizte Kommunikationskanäle. Der Vertrieb wittert neue Chancen, Kaufanreize zu streuen, neue Kundengruppen zu fischen und mehr oder weniger unauffällig und originell Akquisition und Absatzförderung zu betreiben. Man weiß ja, die Jugend von heute sieht nicht mehr fern, liest keine Zeischriften mehr, ignoriert Plakatwände und filtert Internetwerbung einfach weg. Also müssen neue Wege in die simplen Hirnstrukturen der Käufermassen gefunden werden. Twitter, so versprechen (sich) viele, ist einer, der grad »ganz groß rauskommt«. Wir werden sehen.

Betrachten wir mal eine nüchterne Seite. Eine, bei der Twitter dem Nachrichtenempfänger einfach nur Nutzen bringen könnte. Wie könnten Hersteller und Dienstleister ihren Kunden mit Hilfe von Twitter etwas Gutes tun? Bedienungsanleitungen via Twitter? Benutzerinformationen in die Welt zwitschern?

Warum nicht? Nur ein paar ganz schnelle und kurze Gedanken – bei Twitter darf man ja auch nur 140 Zeichen pro Nachricht verwenden.

Zunächst also: Bedienungsanleitungen via Twitter. Man »weiß« ja, Bedienungsanleitungen werden ungern gelesen, Hefte mit mehr als 12 Seiten oder gar ganze Bücher schrecken ab. Gewünscht wird nach dem Kauf der schnelle Start: Der Mensch will machen, nicht lesen. Konsequenz: alternativ zum Lesen der kompletten Bedienungsanleitung meldet man sich bei Twitter an und wird »Follower« des soeben erworbenen Produkts (ein Account der Herstellers). Auf diese Weise erhält man häppchenweise nützliche Informationen zum Umgang mit dem neuen Handy, iPod, Digitaldingsbums oder was auch immer. »Schon mal die automatische Weiterleitung getestet? Menü Nachrichten, Weiterleitung, einschalten, Zielnummer.« 108 Zeichen, passt.

Oder Infos zu Softwareupdates. Meist muss man sich als Anwender ja selbst drum kümmern, ob es eine neue Software für den Satellitenempfänger, die Digitalkamera oder das Navi gibt. Warum nicht diese durchaus hilfreiche Information per Twitter »abonnieren«.

Wie sieht’s aus mit Fehlermeldungen oder bekannten Fehlbedienungen. »Absturz beim Verbindungsaugbau? Meist falsch angeschlossene Leitung M3. Bitte bei Gelegenheit mal prüfen.«

Dienstleistungen? »Auf der Buslinie 805 ist mit Verspätungen zu rechnen. Unfall auf der Hamburger Straße« oder »20-Uhr-Vorstellung von “Der Knochenmann” ausverkauft. Plätze noch frei für “Rachels Hochzeit”.«

Das soll mal genügen als erster Gedankenwirbel – Fortsetzung folgt.

PS: Allgemeine Erklärungen zu Twitter haben wir uns hier mal gespart. Eine Einführung findet man beispielsweise bei Wikipedia oder in dieser Präsentation von Pixelfreund oder beim WebWorkBlogger.

Eine Antwort auf Benutzerinformationen und Twitter

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