1. Januar, Geburtstag der SMS

Am 1. Januar 1993 wurde die erste Kurznachricht für Mobiltelefone verschickt, im Netz der britischen Vodafone. Etwa einen Monat zuvor wurde die erste Short Message von einem Computer aus an ein Mobiltelefon verschickt.

SMS stand ursprünglich für Short Message Service (Kurzmitteilungsdienst). Inzwischen werden auch die Nachrichten selbst als SMS bezeichnet, weshalb der Duden beim Stichwort SMS “die” für die Nachricht und “der” für den Dienst verwendet.

Ursprünglich war der Short Message Service (SMS) lediglich eine Sende-Einbahnstraße der Netzbetreiber, um ihre Kunden zum Beispiel über verpasste Anrufe zu informieren. An den Austausch von schriftlichen Mitteilungen dachte damals niemand – schließlich ist das Telefon zum Sprechen da. Der technische Lückenfüller entwickelte sich jedoch in kürzester Zeit zum absoluten Kommunikationsliebling, anfangs vor allem bei jungen Leuten. Inzwischen hat die Kurznachricht alle Gesellschaftsschichten durchdrungen, sieht man von Ausnahmen ab (Karl Lagerfeld: “Ich bin doch kein Dienstmädchen und komme, wenn’s klingelt.”) Selbst Staats- und Regierungschefs haben keine Scheu vor der schlichtesten Art der Schriftkommunikation (siehe unten).

Nicht unerheblich für die weitere Verbreitung von SMS war die Erfindung des Text on 9 keys (T9), mit welcher die Texteingabe über die 9 Zifferntasten des Mobiltelefons deutlich komfortabler wurde. T9 basiert auf einer – mehr oder weniger – intelligenten Texterkennung anhand eines im Telefon gespeicherten Wörterbuches. Trotz dieser Erleichterung vertrauen geübte Simser eher ihrem flinken Daumen und natürlich den zahlreichen Abkürzungen, die, mehr noch als durch die Internet-Chats, durch die SMS-Welle entstanden:

cu – see you (bis später)
ak – alles klar
k – klar
ka – keine Ahnung
bb – bis bald
gl – good luck
hdgdl – Hab dich ganz doll lieb
ida – ich dich auch
nc – no comment
sry – sorry
vlg – Viele liebe Grüße

Weiterentwicklungen des SMS existieren heute unter dem Namen Enhanced Message Service (EMS) und Multimedia Messaging Service (MMS). EMS nutzt die normale Infrastruktur des SMS, ist aber zusätzlich noch in der Lage, Logos, Bilder und Klingeltöne mitzusenden. Praktisch alle heute aktuellen GSM- oder UMTS-Mobiltelefone unterstützen EMS. MMS ist als Weiterentwicklung von SMS und EMS anzusehen und bietet die Möglichkeit, multimediale Nachrichten an andere mobile Endgeräte oder an normale E-Mail-Adressen zu schicken.

Regelmäßig kommt es übrigens am Jahreswechsel zu Netzüberlastungen. Dies verwundert nicht bei 500 Millionen Kurzmitteilungen innerhalb weniger Minuten. So kommen pünktlich versendete Kurzmitteilungen vereinzelt erst Stunden später beim Empfänger an.

Daher: Geduld, sie kommt schon noch, die ersehnte Nachricht!

cu

Foto von Angela Merkel mit Handy

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